Studie „Pflege der Zukunft“ liegt vor

„Mehr Zeit für Pflege“ und Demenz-Wohn­ge­mein­schaf­ten treffen Wuppertaler Bedarf

Als die Talpflege im Jahr 2018 an den Start ging, hatte man eine klare Vision: Mehr Zeit für Pflege. Die Pflege sollte für die Mitarbeitenden in der Pflege attraktiv und für die pflegebedürftigen Menschen wertvoll sein.

Seinerzeit war klar, dass man neben der ambulanten Pflege auch stetig Demenz-Wohnangebote ausbauen würde. Mit drei Demenz-Wohn­ge­mein­schaf­ten 2020 in Elberfeld, drei weiteren im Jahr 2024 in Ronsdorf und den nächsten drei, die Anfang 2027 in Wuppertal-Vohwinkel eröffnen werden, hat die Talpflege ihr Ziel konsequent verfolgt. „Wir sehen seit Beginn an, wie groß der Bedarf in Wuppertal ist“, so Mark Kleinknecht, Geschäftsführer der Talpflege, über die Pflegeangebote in Wuppertal.

Die Stadt Wuppertal veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse ihrer Umfrage zu „Pflege der Zukunft“. Diese Studie, durchgeführt in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden, dient als Grundlage für die bevorstehende „Zukunftskonferenz Pflege 2036“, die im Oktober stattfinden wird. Verantwortlich für dieses Projekt sind das Sozialamt der Stadt Wuppertal und die Träger der Freien Wohlfahrtspflege, unterstützt von der Stabsstelle Bürgerbeteiligung. Die Konferenz richtet sich an Fachleute aus dem Pflegebereich und zielt darauf ab, innovative Lösungen zu entwickeln.

Um sicherzustellen, dass die Planung nicht nur auf Expertenwissen basiert, wurde vorab eine offene Umfrage durchgeführt. Diese Umfrage soll die Fachperspektive durch Einblicke aus dem Alltag der Bürger*innen ergänzen und Pflegeerfahrungen, Erwartungen an Wohnumfeld und -formen sowie Entlastungsangebote beleuchten. Zudem erfasst sie wahrgenommene Versorgungslücken und Einstellungen zu neuer Technik und Künstlicher Intelligenz. Die Ergebnisse dieser Umfrage sollen direkt in die Diskussionen der Zukunftskonferenz einfließen.

Wer hat sich an der Umfrage beteiligt?

856 Datensätze wurden für die Studie ausgewertet und interpretiert. 76 % der Studienteilnehmenden waren weiblich. Eine überproportionale Beteiligung, die sich sowohl bei den Fachkräften in der Pflege widerspiegelt als auch bei der Carearbeit insgesamt. Ein Drittel der Menschen, die an der Studie teilgenommen haben, sind zwischen 55 und 64 Jahren alt. Rund 30 % sind älter und etwas mehr als ein Drittel sind jünger. Rund 95 % der Befragten leben in einer Wohnung oder in einem Haus. Fünf der Befragten gaben an, in einer Wohn­ge­mein­schaft zu wohnen, zwei in einer Pflegeeinrichtung und eine Person gab an, in einer Einrichtung für betreutes Wohnen zu leben.

Alltagshilfen und Mobilität: Herausforderungen für ein altersgerechtes Leben daheim

Um möglichst lange zu Hause leben zu können, sprachen sich rund die Hälfte der Befragten für Unterstützung im Alltag aus. Eine Leistung, die durch das Pflegeneuordnungsgesetz, kurz: PNOG, zum Teil deutlich eingeschränkt werden würde.

Neben der Alltagshilfe wird auch die Mobilität mit verschiedenen Faktoren benannt. Gerade in der eigenen Wohnsituation erleben viele ein Pflegehindernis durch nicht altersgerechte Bäder oder Küchen, fehlende Aufzüge oder ein Wohnquartier, welches mit dem Rollator kaum zu bewältigen ist. Hier sind nicht nur die Pflegeprofis, sondern auch die Immobilienwirtschaft und die Kommunen gefragt.

Fast 60 % der Befragten bevorzugen das eigene Zuhause für ihre Zukunft bis ins hohe Alter. 27 % der Teilnehmenden sprachen sich für einen ambulanten Pflegedienst aus, um im eigenen Zuhause Unterstützung zu finden und nur 18 % wünschen sich Unterstützung durch nahestehende Personen.

Demenz-Wohn­ge­mein­schaf­ten im Trend: Hohe Nachfrage nach gemeinschaftlichen Wohnformen

25 % der Teilnehmenden sprachen sich für gemeinschaftliche Wohnformen im Quartier aus. Eine Präferenz, die wir mit unseren Demenz-Wohn­ge­mein­schaf­ten nur bestätigen können. Die Nachfrage in den Quartieren ist hoch – für unsere Demenz-Wohn­ge­mein­schaf­ten „Wohnen in Vohwinkel“, welche Anfang 2027 eröffnen, gibt es bereits heute eine kleine Warteliste.

Barrierefreie Kommunikation: Der Schlüssel zur besseren Versorgung

80,4 % der Befragten benannten eine verständliche Kommunikation, auch bei Sprach-, Seh- oder Hörbehinderungen, als wohl wichtigsten Aspekt, damit Menschen gut versorgt sind. Zeit ist ein kostbares Gut, das wir bewusst einsetzen müssen. Unsere Pflegekräfte nehmen sich diese Zeit, um sicherzustellen, dass unsere Patient*innen alle Informationen vollständig verstehen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Patient*innen sich gehört und verstanden fühlen. Durch gezielte Rückfragen und aufmerksames Zuhören schaffen wir ein Umfeld des Vertrauens und der Sicherheit.

Mehr Zeit für Pflegebedürftige: Ein dringender Wunsch der Befragten

17 % der Befragten nutzten die Kategorie „Sonstiges“, um konkreten Bedarf im Bereich Pflege zu benennen. Rund 1/3 der Nennungen innerhalb der Kategorie „Sonstiges“ entfielen auf den Wunsch, mehr Zeit für die Pflegebedürftigen einzuräumen. Ein Ziel, dem sich die Talpflege seit Gründung widmet und an dem permanent und auch in der Zukunft gearbeitet werden wird. Wer über ausreichend Zeit verfügt, dem fällt es leichter, dem Gegenüber mit Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Empathie zu begegnen.

Unser Fazit

Einer unserer ersten Beiträge auf unserer Homepage beschäftigte sich mit der Allensbach-Studie aus dem Jahr 2017. Fast zehn Jahre später bestätigen sich die durch das Allensbach-Institut erhobenen Bedarfe auch für Wuppertal. In unseren Demenz-Wohn­ge­mein­schaf­ten ist unsere Vision „Mehr Zeit für Pflege“ gelebte Realität. Gleichzeitig bieten wir dort eben genau das weitgehend selbstbestimmte Leben, welches sich die Menschen für das Leben im Alter wünschen. In der mobilen Pflege stellt sich unser Team täglich der Herausforderung, mehr Zeit am einzelnen Menschen zu verbringen. Tatsächlich ist dies nur durch den Einsatz von digitalen Prozessen und Tools möglich. Diese reduzieren den zeitlichen Aufwand für Dokumentation, optimieren die Routenplanung und können in Zukunft auch den Zu- und Angehörigen transparenten Einblick bieten.

Die Studienergebnisse haben unser Engagement und unsere strategische Ausrichtung eindrucksvoll bestätigt. Dies bestärkt uns in unserem täglichen Einsatz für hochwertige Pflege. Mit großer Vorfreude erwarten wir die Ergebnisse der „Zukunftskonferenz Pflege 2036“. Wir sind bereit, neue Wege zu gehen und die Zukunft der Pflege aktiv mitzugestalten – und dabei stets das Wohl unserer Patient*innen im Blick zu behalten.

Die Ergebnisse der Umfrage sind auf der Homepage der Stadt Wuppertal herunterladbar.

16.09.2026

Mark Kleinknecht
Geschäftsführung

Talpflege GmbH
Hofkamp 87
42103 Wuppertal

+49 (0)202 261 57 27-0

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